Besucher

Besucher2Wir freuen uns alle, Gesichter aus der alten Heimat wiederzusehen – besonders wenn man selbst nicht regelmäßig nach Deutschland fahren kann. Außerdem möchten wir gerne allen zeigen, wo man nun lebt und wie sich das anfühlt. Da kann es nicht schaden, sich so früh wie möglich Gedanken über Besuche zu machen. Unsere Erfahrungen zeigen zwei Muster:

  1. Je weiter weg, desto länger bleiben die Gäste.
  2.  Je exotischer die Destination, desto höher die Erwartungen an uns als Reiseführer.

Wenn das Budget es also erlaubt, sollte bei der Wohnungssuche unbedingt in Gästezimmer investiert werden. Außerdem sollte jede sich Gedanken machen, inwieweit sie Touristenführer sein kann und will. Es ist wichtig für Expats, im Ausland Alltagsroutinen zu etablieren, damit sich alle Familienmitglieder besser einleben können. Mit der Zeit wird es feste Termine für Sport oder Freunde im Kalender geben. Man sollte sich deswegen gut überlegen, ob man diese immer dem Besuch opfern möchte (und manche werden häufiger besucht, als sie im Voraus ahnen). Unser Besuch ist im Urlaub, wir leben hier – besser man stellt von vornherein klar, inwieweit man zur Verfügung steht.

Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Nach einem Herbst, in dem sich unsere Besucher über Wochen die Klinke in die Hand gaben, während mein Mann wie gewöhnlich elf Stunden im Büro verbrachte, zog unsere kleine Tochter (damals knapp 3) Bilanz: „Papa ist mein liebster Besuch.“ (Jonna, ehm. Naseby)

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  2. Nach spätestens zwei Jahren vor Ort tun Besucher aus der alten Heimat allein schon deswegen gut, weil uns ihr Staunen zum Beispiel daran erinnert, dass es in weiten Teilen der Welt nicht normal ist, dass sich auf 3 Fahrspuren 7 Autos nebeneinander um die Poleposition streiten, dass man Erdnüsse mit Stäbchen isst oder Hühnerfüße für eine angemessene Vorspeise hält. Man merkt wieder, dass man das Privileg hat, etwas Außergewöhnliches zu erleben.

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  3. Wir sind gerade auf der Haussuche in London und am überlegen, ob es wirklich nötig ist, den Gästen ein eigenes Gästezimmer zur Verfügung zu stellen. Wir freuen uns immer über Besuch, allerdings sind wir doch eigentlich ganz froh darüber, dass die meisten nur 3-4 Nächte bleiben, weil es unsere Routine doch durcheinander bringt, worauf Jonna schon hingewiesen hat.
    Es ist ja auch nicht so weit nach London und man kann ja nochmal wiederkommen… Frage mich daher gerade, ob wir für 20-25 Besuchsnächte im Jahr nicht die Variante fahren können, ein Kinderzimmer zu räumen und die Kinder für die Nächte in einem Zimmer schlafen zu lassen. Das machen hier eigentlich die meisten in unserer Gegend (weil es hier vor allem 3 Bedroom Häuser gibt).

    Klappt das bei einem von Euch so?

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    • Liebe Uta,
      ich denke, wenn ihr ein Haus kaufen wollt, dann sollte es vor allem euren Alltagsbedürfnissen entsprechen. Falls es zufällig auch ein Gästezimmer hat – umso besser. Aber angesichts der Londoner Immobilienpreise würde ich das Thema Gästezimmer nicht zum Auswahlkriterium machen. Eure Kinder sind noch klein genug, um zusammenzurücken, wenn Besuch kommt – bei Teenagern mag das anders sein.

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  4. Hallo Uta,
    in London sind die Häuser eher sehr teuer. In welchem Viertel wollt Ihr denn einziehen ? Ich wohne auch im Großraum London aber wir haben uns für ein Gästezimmer entschieden , weil wir uns auf die Besuche sehr freuen. Früher in Stuttgart hat uns so gut wie keiner besucht und wir fanden es sehr Schade! Besuch ist Arbeit klar und die Leute bleiben gerne eine Woche. In unserem Fall die Besucher sind eher Leute mit Kindern, d.h. sie kommen zu den Schulferien und die Routine leidet auch nicht darunter, da die Aktivitäten eh ausfallen und vor allem, die Kinder freuen sich auf die Besucher, die sie auch um sie kümmern können. Also für uns ist es eine Freude die Besucher zu empfangen…Vielleicht bin ich einer anderer Meinung nach noch ein Paar Jahre hier ! Viel Erfolg bei der Haus/Wohnungsuche.

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  5. Als wir nach Bratislava gezogen sind, haben wir uns im Vorfeld überlegt, was uns wichtig ist. Wir hätten die Möglichkeit gehabt, ein Haus mit Pool und Garten zu mieten. Doch das hätte auch bedeutet, dass wir außerhalb der Stadt gelebt hätten. der Gedanke war zunächst sehr verlockend, doch uns wurde schnell klar, dass wir einfach Stadtmenschen sind. Wir wohnen jetzt 15 MInuten von der Altstadt entfernt und in der Nähe der Schule. Wichtig war uns außerdem das Gästezimmer, weil wir mit viel Besuch gerechnet haben. Da haben wir für unsere Bedürfnisse alles richtig gemacht.
    Mit meinen Reiseführerfähigkeiten hadere ich etwas. Ich frage häufig im Vorfeld, ob es etwas gibt, was der Besuch sehen möchte. Oft bekomme ich aber nur vage Antworten. Eine Freundin brachte eine Liste: „Ich möchte eine Kirche und mindestens eine weitere Sehenswürdigkeit sehen. Ich möchte einmal mit zum Supermarkt und in eine Drogerie.“ Es gab noch einen Punkt, doch den habe ich vergessen. Mit ihrer Liste hat sie mir sehr geholfen, ein schönes Programm zusammenzustellen. Also liebe Besucher…ich brauche Listen oder konkrete Angaben. 😉

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  6. Wir sind vor genau vier Wochen in den USA angekommen und wohnen jetzt fast in New York – nur einmal über den Hudson. Nachdem die Firma meines Mannes zwar was für die Miete auf den Lohn oben drauf legt, aber natürlich mit Limit, haben wir uns dafür entschieden, eine etwas kleinere Wohnung zu mieten. Unser Zwerg ist mit jetzt 1,5 noch klein genug, um auch bei uns im Zimmer zu schlafen. Wir werden, wenn Besuch da ist, sein Bett ins Schlafzimmer umziehen, dort ist genug Platz. Und wenn jemand tatsächlich mal bloß 2 oder 3 Nächte bleibt, können wir auch das Besucher-Airbed im Wohnzimmer aufstellen. Mal sehen, wie gut das funktioniert 😉
    Was wir schon von vorne herein klar gestellt haben, ist, dass wir von den Besuchern dann mind. einen Abend Babysitting erwarten, quasi als Gegenleistung dafür, dass der Kleine sein Zimmer räumt 🙂
    Hätten wir uns ein Gästezimmer geleistet, hätten wir weiter außerhalb wohnen müssen oder wir hätten einen Teil der Miete aus dem normalen Lohn meines Mannes bezahlen müssen. V.a. ich wollte aber zentral wohnen, um viel mit dem Zwerg unternehmen zu können und noch mehr für die Wohnung ausgeben wollten wir auch nicht, da die Lebenshaltungskosten hier ja sowieso recht hoch sind und wir die Zeit hier natürlich auch nutzen wollen, um ein bisschen in den USA zu reisen.

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    • Liebe Doro, vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Ich finde sehr wichtig, was du sagst: wegen möglichen Besuchern, die nur ein paar Tag im Jahr da sind, auf Dinge (nämlich Stadtnähe etc.) zu verzichten, wäre unsinnig. Jeder sollte unbedingt nach den Kriterien die Wohnung wählen, die einem persönlich für diese besondere Zeit wichtig sind.
      Ich wünsche euch einen tollen Start in den USA und viele liebe Babysitter. 😉 Wir hatten manchmal Besucher, die für uns gekocht haben. Herrlich! Sozusagen Kost für Logis. 😉
      Viele Grüße Jonna

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