Erste Hilfe für die Seele

Erste Hilfe für die Seele - www.expatmamas.de/expatmamas-blog/ - #kulturschock #heimweh #lebenimausland #imauslandzuhauseEin Gastbeitrag von Julia Meder

Das erste Tief im neuen Leben trifft jeden Expat – mal mehr, mal weniger vorbereitet. Niemand kann voraussagen, wann und wie sehr man von Zweifeln und Kummer geschüttelt wird, aber es ist normal, dass es Momente gibt, da man nur noch alles hinschmeißen möchte. Alles wird als Belastung empfunden, die Energie verpufft. Das ist eine harte Zeit, aber es geht fast allen so. Und das ist auch gleichzeitig die gute Nachricht. Denn du weißt, dass es irgendwann wieder bergauf geht und du auch aus diesem Loch wieder rauskommst. Das wird nicht ewig dauern. Aber natürlich fühlt es sich jetzt in diesem Moment ganz schlimm an und so, als würde es nie enden.

Wichtig ist: Es führt kein Weg an der Trauer vorbei, sondern nur durch sie hindurch. Wenn du diese negativen Gefühle wegschiebst und betäubst, dann werden sie dich irgendwann später umso stärker einholen. Also, lieber Augen zu und durch, als versuchen auszuweichen. Ein paar kleine Übungen können dir dabei helfen.

4 Übungen gegen den Expat-Blues

Versuche es mal mit Power Posing. Amy Cuddy hat dazu einen tollen Ted Talk gehalten und ein Buch geschrieben (“Presence”, auch auf Deutsch erhältlich “Dein Körper spricht für dich”). Wenn du dich für zwei Minuten in die Pose von Wonder Woman hinstellst – Beine breit, Hände in die Hüften, Brust raus, Kinn hoch und versuchen, sich so stark wie möglich zu fühlen – dann werden tatsächlich Hormone in deinem Körper ausgeschüttet, die dir helfen stärker zu sein und selbstbewusster. Das fühlt sich im ersten Moment lächerlich an, aber es hilft. Indem du deinen Körper in selbstbewusste Posen bringst (und sei es nur, dass du beim Laufen etwas gerade gehst und das Kinn hebst) zeigst du deinem Kopf, dass es dir gerade gut geht. Das ist eine schöne Übung für das gute Gefühl zwischendurch, wenn es man ganz arg kommt.

Eine andere körperliche Übung, die das Immunsystem stärkt und auch einfach hilft, negative Gefühle (vor allem, wenn es in Richtung Panik geht) abzumildern, ist das leichte Klopfen auf das Brustbein für ca. 30 Sekunden. Das ist wie ein Minidoping, da es über die Thymusdrüse Hormone freisetzt und das hält bis zu 5 Stunden an.

Werde dir deiner Werte bewusst. Schreib einfach mal auf, was deine Werte im Leben sind. Dann suche dir einen aus und schreibe 10 Minuten darüber, warum dieser Wert für dich wichtig ist. Das hilft auch sehr, um wieder mehr bei dir anzukommen. Wenn es dir schwer fällt, deine Werte herauszufinden, stelle dir vor, dass du deinem Kind, wenn es gerade 18 wird, erklärst, was dir im Leben wichtig ist und was du ihm mitgeben willst. 

Überlege einmal, welche schwierigen Situationen du im Leben schon gemeistert hast. Wann ging es dir mal so richtig schlecht? Und was hast du dann gemacht? Wie lange hat es gedauert? Wie bist du da wieder rausgekommen? Wer oder was hat dir geholfen? Kannst du diese Strategien auch jetzt anwenden? Wenn du das aufschreibst, hilft es noch besser, sich darüber klar zu werden.

Alle vier Übungen sind Erste-Hilfe-Maßnahmen, natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten. Aber ich habe in meiner Arbeit damit gute Erfahrungen gemacht. Wichtig ist, wie gesagt, dass du diese negativen Gefühle annimmst. Sie werden vorbeigehen. Versprochen. Und scheue dich nicht davor, deinem Partner davon zu erzählen, wie es dir geht. Und sage ihm auch ganz klar, was du brauchst. Und wenn es nur die Tatsache ist, dass du ihn immer mal anrufen darfst oder in den Arm genommen werden musst. Wichtig ist es, das auszusprechen.

Julia Meder - www.expatmamas.de - Coaching für ExpatfrauenJulia Meder hat drei Jahre als Expatmama in Raleigh, North Carolina gelebt. Seit ihrer Rückkehr arbeitet sie als selbständiger Coach in Rheinland-Pfalz. Zu Julias Website Dreamfinder Coaching geht es hier und auf Facebook und Instagram ist sie ebenfalls zu finden. Außerdem publiziert sie seit Neuem einen eigenen Expat-Partner-Podcast. Hört doch mal rein!

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