Kinder

Mit Kindern ins Ausland zu gehen, ist eine besondere Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Das Alter spielt natürlich eine große Rolle. Als Faustregel gilt: je größer die Kinder, d.h. je wichtiger Bezugspersonen außerhalb der Familie sind, desto schwieriger wird ein Umzug. Kleinkinder sind auf die Eltern fokussiert; solange Mama und Papa da sind, ist die Welt in der Regel in Ordnung. Aber auch sie können natürlich unter dem Verlust von Großeltern, Tagesmutter oder anderen wichtigen Bezugspersonen leiden, die sie in der Heimat täglich begleitet haben. Dieser Verlust wird sich nicht direkt sondern in ihrem Verhalten äußern. Je älter die Kinder sind, desto mehr vermissen sie Freunde und ihr soziales Umfeld in Schule und Vereinen und entsprechend fühlen sie sich im Gastland einsamer. Andererseits kann man ältere Kinder besser auf die Veränderungen vorbereiten, oft sprechen sie bereits eine Fremdsprache.

Für die Mamas bedeutet das alles viel Arbeit. Sie müssen die Kinder auf den Umzug vorbereiten, einen Kindergarten oder eine Schule suchen, dann fehlt vielleicht noch ein Klavierlehrer oder eine Malstunde zum großen Glück. Daneben müssen wir Tränen trocknen, zuhören, ermutigen…. Nicht zu allem finden sich hier Tipps, aber wer weiterlesen möchte, dem empfehlen wir die Titel: “Ins Ausland mit Kindern und Jugendlichen” und “Third Culture Kids – Aufwachsen in mehreren Kulturen” auf unserer Bücher-Seite.

Je größer die Kinder desto wichtiger ist es, sie aktiv am Umzugsgeschehen teilhaben zu lassen, sowohl bei den Vorbereitungen als auch am Umzugstag selber. Viele hilfreiche Ideen bietet Ulla Wohlgeschaffen in ihrem Buch „Mit dem Partner ins Ausland“. Sie rät z.B. im Vorfeld ein Umzugsbuch mit den Kindern anzulegen mit Bildern der jetzigen Wohnung, ihren Wünschen, Abschiedsätzen der Freunde, Informationen zum Gastland etc. Es mag praktisch sein, die Kinder am Umzugstag “wegzuorganisieren”, psychologisch sinnvoller ist es – so Experten – die Kinder miterleben zu lassen, wie die Wohnung sich leert.

Mit Kindern ins Ausland zu gehen, bedeutet aber auch, dass man das Gastland in vielen Facetten kennenlernen kann, die einem sonst verborgen blieben. Gerade mit ganz kleinen Kindern lernt man über Kinderlieder, -reime und -bücher die kulturellen Wurzeln sozusagen von Grund auf kennen und kann so manche Gepflogenheit besser verstehen. Wer erlebt, wie die Kinder im Gastland erzogen werden, worauf man Wert legt und worauf vielleicht nicht, dem ist das Verhalten der Erwachsenen weniger fremd. Und nicht zuletzt: Unsere Kinder sorgen oft mit ihrer Unbekümmertheit für die lustigsten Episoden.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo Joanna, wir werden voraussichtlich im August für 2-3 Jahre nach Chicago gehen…unser Großer wird im Juni 6. Leider ist die Deutsche Schule 1h30min einfache Fahrtzeit vom Büro entfernt (mein Mann und ich arbeiten beide). Könnte auch eine local school klappen? Er ist nicht auf deutsch alphabetisiert…

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    • Liebe Nicole,
      natürlich kann er auch auf eine amerikanische Schule gehen. Die Kinder lernen die Sprache so schnell und in der Regel bekommen sie dort auch besondere Unterstützung, wenn sie nicht Muttersprachler sind. Selbst wenn er schon auf Deutsch alphabetisiert wäre, ist das kein Problem. Wenn er dann im amerikanischen System Fuß gefasst hat, solltet ihr allerdings Schritt für Schritt den deutschen Lernstoff selbst einfügen, um ihm die Rückkehr nach Deutschland leichter zu machen. Auf dem Blog findest du dazu zwei Buchempfehlungen. Aber – wie gesagt – dass ist erst der zweite Schritt. Wichtig ist erst einmal anzukommen.
      Falls du auf Facebook bist, empfehle ich dir sehr unsere Expatmamas-Gruppe dort. Es gibt da auch Mamas, die schon in Chicago leben und die sicher wertvolle Tipps für dich haben. Alles Gute
      Jonna

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