Glückskeks des Monats

Unser Glückskeks im Januar: Skifahren

Glückskeks des Monats: Skifahren - www.expatmamas.de/ - #lebeninengland #imauslandzuhause #expatmamas #vonbabysundbriten

Oder: Mutterglück ist, wenn alle schlafen

Als Expat macht man gelegentlich Blödsinn – vor allem, wenn man glaubt etwas Gewohntes unbedingt brauchen zu müssen. Bei mir war nach drei Wintern ohne Fernsicht, Gipfelglühn und Kaiserschmarrn der Traum vom Skiurlaub zur fixen Idee geworden. Die Kinder schienen mir mit 3 und 2 Jahren tatsächlich groß genug für die Piste (ja, ich sagte schon, der Schritt zum Irrsinn ist manchmal klein) und die Alpen glaubte ich in erreichbarer Nähe.

Gute Mine zum bösen Virus

Allein die Vorzeichen standen nicht ganz so gut, als Kind 1 einen Tag vor der Abfahrt das Spucken begann. Doch ich lies trotzig im Kampf gegen den Magen-Darm-Virus Waschmaschine und Trockner bis zur letzten Minute auf Hochtouren laufen. Angesichts der Spuckerei beugte ich mich sogar ohne weitere Widerworte dem Wunsch des Mannes die Tunnel-Route unter dem Ärmelkanal zu wählen, denn er hatte eindeutig die besseren Argumente. Die Fähren lagen seit Tagen wegen zu hoher See im Hafen und die Autobahn Richtung Dover glich auf den letzten zwanzig Kilometern einem LKW-Parkplatz. Ich mimte auch den fröhlichen Alleinunterhalter im deutschen Stau. Aber als am Fernpass nur noch Bremslichter die Nacht erhellten, das Quengeln der Kinder zu Teilnahmslosigkeit erschlafft war, und das Schweigen des Mannes Bände sprach, verlor auch ich die Nerven.

Am Fernpass scheiden sich Geister – oder Ehen

Schon früher in meinem Leben hatte ich am Fernpass gelegentlich Muße, die Kennzeichen der Umstehenden zu studieren und mich zu fragen, wer um Himmels willen auf die Idee kommt, von Großbritannien in die Alpen mit dem Auto zu fahren. Jetzt fragte ich mich viel mehr, ob es Briten gibt, die diesen Weg mehr als einmal machen – zumindest mehr als einmal mit dem gleichen Ehepartner.

Unsere bis dato nicht geschlossene Ehe wurde nur dadurch gerettet, dass wir schließlich den letzten Abzweig nach Garmisch nahmen, um uns für die Nacht spontan beim Bruder des Mannes einzuquartieren. Der hat dadurch nicht nur unsere Ehe gerettet, sondern auch unser krankes Kind mit Elektrolyt-Lösung wieder aufgepäppelt. (Was manche Eltern ihren Kindern antun wegen so einem bisschen Skifahren!)

Einer spuckt selten allein

Nach drei Tagen erreichten wir schließlich am Geburtstag des Mannes Serfaus! Der Mann knabberte etwas an der herrlichen Torte, die für ihn bereitstand, und legte sich dann für den Rest der Woche mit dem englischen Magen-Darm-Virus ins Bett. Kind 2 und der Opa folgten am nächsten Tag. (Zur Rückreise allerdings waren alle wieder fit.)

Kind 1 immerhin ging es an der Bergluft schnell besser und sie konnte mit drei Jahren zum ersten Mal nein nicht Ski- sondern Schlitten fahren!!! (Zum Skifahren lernen war sie noch zu schlapp auf den Beinen.) Und ich wagte mit meiner Mutter tatsächlich ein paar Abfahrten in der Mittagspause; es lagen ja alle sicher in ihren Hotelbetten. Ach, Mutterglück ist, wenn alle schlafen. 

P.S. Seitdem verreisen wir nicht mehr ohne Reisekostenrücktrittsversicherung. Der Mann möchte mir etwas entgegensetzen, wenn mein Hunger nach Tapetenwechsel wieder einmal die Gesundheit meiner Kinder und den Familienfrieden aufs Spiel setzt. (Leider bekomme ich für diese Empfehlung kein Geld.)

P.P.S: Mehr Anekdoten aus unserem englischen Expat-Leben lest ihr in meinem Buch: Von Babys und Briten.

Von Babys und Briten -Anekdoten einer Expat-Mama - www.expatmamas/blog/ #imauslandzuhause

Autor

Jonna Struwe, freiberufliche Autorin, Bloggerin und Gründerin von Expatmamas.de, dem Portal für Familien im Ausland

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