Glückskeks des Monats

Unser Glückskeks im Oktober: Pipi to go

Frisch gelesen: Kinder Künstler Reisebuch - www.expatmamas.de/expatmamas-blog/ - #buchtipp #reisenmitkindern #expatmamas #lebenimausland

Die Expatmamas-Glückskekse erzählen Anekdoten von Mamas rund um den Globus. Lustiges, Launiges, Lehrreiches oder auch Ägerliches aus dem neuen Alltag. Heute: Chrystelle aus London.

Im Ausland lernt man so manch ein neues Alltagshelferlein kennen, das man hinterher nicht mehr missen möchte. Bei uns war ein es Kleinkind-Accessoire der besonderen Art.

Ich wollte im Sommer mit dem Topf-Training für meine Tochter (2 ½ Jahre) anfangen. Es ist doch viel leichter im Sommer, oder? Am Anfang musste sie, wie erwartet, sehr oft und ziemlich schnell, was völlig normal ist. Es kam schon mal vor, dass wir auf dem Spielplatz am Waldrand oder in einem Laden ohne Toilette waren. Kein Problem, dachte ich. Dann geht man einfach hinter den nächsten Baum oder auch mal in den Rinnstein zwischen zwei parkende Autos, wo man uns nicht allzu sehr sieht und wir erledigen das kleine Geschäftchen so diskret es geht. Ist meiner Meinung nach nicht schlimmer, als wenn ein Hund sein Bein hebt, oder? Nun, in England anscheinend doch.

Irgendwann fiel mir auf, dass das keiner so machte wie wir. Nicht nur das: Die Blicke, die wir ernteten, waren mehr als komisch. Wie konnte das sein? Was machten denn englische Mamas? Zuhause bleiben, bis das Kind 100 Prozent trocken ist? Das kann Wochen dauern und man muss doch einkaufen und unter Leute kommen!

Ich hielt die Augen auf und eines Tages sah ich, wie eine Mutter ein Töpfchen aus der Tasche kramte, eine Plastiktüte einspannte und sich das Kind mitten auf dem Gehweg drauf hockte. Das Kind pullerte in den Topf mit Tüte. Mama nahm die Tüte, Knoten rein und in den nächsten Mülleimer damit. Fertig! “As easy as that.”

All meinen Mut zusammenraffend hab ich sie angesprochen auf ihre Töpfchen-Tüten-Konstruktion. “Oh, das ist ein travel potty! Die gibt es doch überall zu kaufen!” Gibt es tatsächlich. Wenn man weiß, wonach man sucht.  Der travel potty ist eigentlich gar kein richtiges Töpfchen, sondern eher ein kleiner Plastikring in Form einer Mini-Klo-Brille mit ausklappbaren Stützen. Darüber stülpt man die Ränder einer speziellen Plastiktüte, deren Boden mit einer Art Hygiene-Binde versehen ist. Das Kind püschert also hockend in eine Tüte und das Geschäft wird mehr oder weniger aufgesaugt. (Ein Modell könnt ihr euch z.B. mal hier anschauen.)

In England ist dieses Teil ein absolutes Must-have für jede Mama, die mit Kindern unterwegs ist, die noch nicht bis zum nächsten Klo warten können. Natürlich wollten wir uns den Toiletten-Sitten anpassen und ich habe sofort ein schönes rosa travel potty erstanden. Tatsächlich wurde die Töpfchen-Konstruktion von einer Engländerin erdacht und zu unserem wurde ein kleines Büchlein “The magic potty” mitgeliefert. Ende gut, alles gut? Nicht ganz. Ich bin mit der mobilen Toilette zwar deutlich entspannter unterwegs und wir werden auch nicht mehr schräg angeguckt. Aber meine Tochter will jetzt auch zu Hause nicht mehr aufs Klo sondern nur noch auf ihr magisches Töpfchen. Das nennt man wohl, die Katze im Sack kaufen. ;-)
(Chrystelle, London)

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Julia sagt:

    Ein schöner Beitrag und ich kenne das nur zu gut. In den USA (zumindest in den Südstaaten) geht das auch überhaupt nicht. Freunde von uns haben das auch mal gemacht und dachten sich nichts dabei und sind mehr als deutlich darauf angesprochen worden. Interessanterweise haben die Leute die das beobachtet haben, sich durch den nackten Kinderpo “angegriffen” gefühlt.
    Und nicht einmal wickeln geht in der Öffentlichkeit. Und wenn ich meinen Sohn am Pool umziehen wollte, dann musste ich ihm meist ein Handtuch um die Hüften schlingen, damit man nichts sah.
    Den Travel Potty finde ich daher gar nicht so schlecht :-)

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