Glückskeks des Monats

Unser Glückskeks im September: Deutsche Essgelüste

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Kaum ist man im Ausland, befallen einen manchmal Sehnsüchte, die man daheim nicht kannte. So beschlich mich am Wochenende ein Heißhunger nach Kassler und Kraut! Ich wollte es mir kaum eingestehen, denn sowas stand in Deutschland seit Jahren nicht mehr auf dem Speiseplan. Aber nach Monaten, in denen wir uns begeistert durch die mexikanischen Nationalgerichte aßen mit Tacos, Quesadillas und Pozole (ein Maiseintopf) und sogar Agaven und Nopales (die Blätter des Feigenkaktus) probierten, war der Appetit auf Hausmannskost plötzlich unbändig. Und seitdem ich von einem deutschen Metzger und Bäcker gehört hatte, kannte diese Sehnsucht auch ein Ziel.

Im Süden von Mexiko-Stadt, in Coyoacan, gibt es einen stadtberühmten deutschen Metzgerladen mit dem schönen Namen Selva Negra (Schwarzwald). Da Deutschland aus der Ferne betrachtet recht klein auf der Landkarte aussieht, stört es hier keinen, dass der Schwarzwald nicht unbedingt die Heimat von Nürnberger Bratwurst, Kassler oder Kernrauchschinken ist und der Inhaber seinen Meisterbrief im Rhein-Main-Gebiet erworben hat. Pars pro toto. Alles irgendwie deutsch und ich schwelgte in der üppigen Auslage von Würsten und jeder erdenklichen Sorte Aufschnitt. Neben Kassler und Kraut wanderte auch wunderbarer Westfalenschinken in den Rucksack und da deutscher Schinken nur mit deutschem Brot gut schmeckt, steuerte ich noch die einzige deutsche Bäckerei an (französische gibt es übrigens viele). Die Bäckerei nennt sich Nibelungengarten. Man fragt sich, warum dieser deutsch-tümelnde Name sein musste, aber vielleicht führt auch nur meine Assoziationskette in null Komma nix über Wagner zu gewissen Parteigrößen, die einst in Mittelamerika Unterschlupf fanden. In Mexikanischen Ohren mag das ganz anders klingen und da zum Nibelungengarten auch ein Restaurant gehört, ist der „Garten“ gar nicht so falsch, wie man bei einem Bäcker denken könnte. (Im Restaurant bekommt man übrigens jede erdenkliche deutsche Biersorte, falls zu Kassler und Kraut noch das richtige Getränk fehlt.) Mit einem herrlich duftenden Krustenbrot bin ich dann glücklich und zufrieden meine 12km heimgeradelt. Komisch wie einen manchmal das Deutschsein überkommt. (Xenia, Mexiko-Stadt)

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