Glückskeks des Monats

Unser Glückskeks im November: Feuerholz

Ein Lichtblick in trüben englischen Herbsttagen war unser Kaminofen. Den zügelnden Flammen zusehen, dazu das Knistern und Knacken des brennenden Holzes – so stellt man sich britische Landidylle vor. Außerdem sollte das Feuer der Fußbodenheizung dabei helfen, unser Wohnzimmer endlich auf eine vertretbare Temperatur zu bringen. Fehlte nur das Brennholz zum Landglück.
Es war nicht leicht, herauszufinden, wer uns Scheite liefern könnte. Aber wir haben uns durchgefragt und tatsächlich bog eines Mittags ein verbeulter Pick-up in unsere Einfahrt vollbeladen mit Feuerholz – nicht in Säcken, wie wir naiv dachten, sondern lose. Einmal schwungvoll gewendet, zurückgestoßen, Ladefläche hochgestellt und mit einem riesigen Getöse rutschte die ganze Ladung vor unsere Garage. Wie gut, dass ich an diesem Tag nicht mehr mit dem Auto weg musste. Bis nachts um 11 haben wir die Scheite – wenn man die Bruchstücke so nennen wollte – in der Garage gestapelt, denn das Käferzeug, das uns mitgeliefert wurde, wollte ich nicht im Wohnzimmer. Da blieb das Holz noch einen Winter liegen, bis es zum Verheizen wenigstens trocken genug war. Ansehnlicher wurden die Hackstücke nicht mehr.

Schweren Herzens trennten wir uns also von unserer Vorstellung der Alpenidylle mit akkuraten Holzstößen neben dem Kamin. Hier scheint Holz eher noch Brennstoff und nicht Dekoration zu sein und wahrscheinlich hat außer irgendwelchen Lords kein normaler Engländer in seinem Wohnzimmer Platz für hübsche Holzstapel. Wir verbuchen es unter «Lessons learned» und wünschen allen einen kuscheligen Herbst – mit und ohne Kamin. 

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Autor

Jonna Struwe, freiberufliche Autorin, Bloggerin und Gründerin von Expatmamas.de, dem Portal für Familien im Ausland

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