Expat-Leben: Wenn Mama der Expat ist

Expat-Leben: Wenn Mama der Expat ist - www.expatmamas.deNeulich fragte mich jemand: Warum eigentlich Expatmamas? Sind nur Frauen mitziehende Expat-Partner? Ja, das ist tatsächlich noch meistens so. Noch immer sind der Großteil der mitziehenden Expat-Partner Frauen. Wie kommt das?

Sicher liegt das zum einen daran, dass Entsendungen für Unternehmen sehr teuer sind (ein Expat kostet bis zu fünfmal mehr als ein lokaler Angestellter). Daher werden oft nur Führungskräfte ins Ausland geschickt und die sind in deutschen Unternehmen in der Regel immer noch männlich. Darüber mag man sich ärgern – momentan ist es die wirtschaftliche Realität.

Bleibt die Frage, ob den wenigen weiblichen Führungskräften Entsendungen genauso häufig angeboten werden wie ihren männlichen Kollegen? – Leider haben wir keine Zahlen dazu.
Und falls ihnen Entsendungen angeboten werden, sind ihre Partner dann weniger geneigt, sie zu begleiten als die Ehefrauen? Lehnt deshalb von den wenigen Frauen vielleicht sogar noch ein guter Teil Expat-Verträge ab? – Wir wissen es nicht und hoffen, dass eine der vielen Expat-Studien sich einmal explizit diesem Thema widmen wird. Immerhin ist laut einer Studie von Mercer der Anteil an weiblichen Expatriates seit 2010 um 6 Prozent gestiegen (auf weltweit 15 Prozent).

Worin dieser Anstieg begründet liegt und ob er auch für deutsche entsendende Unternehmen gilt, ist uns nicht bekannt. In der Zwischenzeit aber möchten wir euch im Interview eine der wenigen Expat-Frauen vorstellen, die unter umgekehrten Vorzeichen ins Ausland gegangen ist. Katrin wurde von ihrem Arbeitgeber entsandt und ihre kleine Familie zog der Mama hinterher. Für zwei Jahre lebt sie mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter in Mexiko und hat expatmamas ein paar Fragen beantwortet.

Im Interview: Eine Mama als Expat – und Papa zog hinterher

e/m: Wie kam bist du zu dem Angebot gekommen? Hast du dich darum beworben oder kam dein Arbeitgeber auf dich zu?

Katrin: Wir sprechen regelmäßig über Zukunft und Pläne im Unternehmen, ich hatte klar kommuniziert, dass ich gern die Chance wahrnehme, im Ausland zu arbeiten – mich aber nicht konkret auf diese Stelle bzw. für das Land beworben. Mit dem Angebot kam mein Arbeitgeber auf mich zu.

e/m: Warst du zuvor schon einmal im Ausland?

Katrin: Nicht beruflich, aber für ein Auslandsjahr während der Schulzeit.

e/m: Was hat dein Mann gesagt, als du das erste Mal mit ihm über die Auslandsoption gesprochen hast?

Katrin: An das erste Gespräch erinnere ich mich nicht mehr: für uns beide war immer klar, dass, wenn sich die Möglichkeit ergibt, wir offen sind.

e/m: Was waren für euch die wichtigsten Argumente, das Angebot anzunehmen?

Katrin: Der Zeitpunkt war perfekt, mein Mann ist in Elternzeit und muss so seinen Job nicht kündigen und mit einem Kleinkind/Baby den Schritt zu machen, schien uns ebenfalls perfekt, da wir so keine Schuljahre etc. unterbrechen müssten.

e/m: Dein Mann arbeitet nicht in Mexiko; wie hat er sich eingelebt?

Katrin: Ich denke die Eingewöhnung in einem anderen Land ist für beide Parteien gleich herausfordernd, egal ob man in die Arbeitswelt oder den Alltag in einem neuen Land einsteigt. Die Zeit in Mexiko bietet uns als Familie aber die Möglichkeit, dass ein Elternteil – in dem Fall mein Mann – voll für unser Kind da sein kann und er sich dabei sogar noch auf seinen Sport konzentrieren kann.

e/m: Was sagt eure Tochter zu den neuen Familienverhältnissen?

Katrin: Unsere Kleine ist noch zu jung, um Veränderungen wahrzunehmen oder zu äußern, sie kennt es also kaum anders. Anders wird das bei der Rückkehr sein.

e/m: Was ist die größte Veränderung für euch als Familie?

Katrin: Sicher die Konstellation zunächst als kleine Familie sehr eng zusammen zu sein, bis ein Freundes-/Bekanntenkreis aufgebaut ist und man Kontakte knüpft. Das dauerte in Mexiko länger als gedacht, weil es hier beispielsweise im Kindergarten kaum Kontaktpunkte mit anderen Eltern gibt und natürlich Großeltern etc. weit weg sind. Sich so nah zu sein, gerade in der Anfangsphase mit Baby (auch räumlich in einem Hotelzimmer über Wochen) und Zeit zu haben, war weniger herausfordernd als vor allem sehr wertvolll. Zusätzlich gibt es hier auch durch den Support zu Hause (die Muchacha – Haushaltshilfe Anmerk. d. Red.) natürlich deutlich mehr Zeit, um Feierabende und Wochenende als Familie zu verbringen.

e/m: Wie wird es nach eurer Rückkehr werden?

Katrin: Da ist noch alles offen…

Liebe Katrin, wir danken die sehr für das Gespräch und wünschen euch noch eine tolle Zeit in Mexiko.

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