Glückskeks des Monats

Unser Glückskeks im Juni: Englisch für Einsteiger

Glückskeks: Englisch für Einsteiger - www.expatmamas.de/ - #imauslandzuhause #lebeninengland #vonbabysundbriten

 Als ich das erste Mal in England war, schickte mich mein Arbeitgeber zum Business English-Sprachkurs nach Cambridge. Mit Erfolg. Ich könnte heute noch problemlos professionelle Präsentationen darüber halten, wie sich die Preise für Windeln in den letzten zehn Jahren entwickelt haben.
In unserer Expat-Zeit stand ich mit meinem Business English aber dumm da, als ich nach einer Creme für wunde Popos fragen sollte oder der Nanny erklären wollte, wo sie Lätzchen und Flasche findet.

Nicht nur die Baby-Vokabeln fehlten mir im Wortschatz, sondern auch die landläufigen Alltags-Formulierungen wie «to call in for a coffee» (auf einen Kaffee vorbeischauen), die sich für mich so urenglisch anhören. Irgendwann in grauer Vorzeit hatten wir ein paar dieser Phrasal verbs in der Schule gelernt, aber bei mir sind sie nicht haften geblieben – leider. Denn der Mummy-Small-talk schien nur aus solchen Verben zu bestehen.
Erst nach mehreren Wochen in der neuen Heimat ist mir aufgegangen, dass mit der Frage, ob mein Töchterlein «fast asleep» sei, nicht gemeint war, ob sie schnell einschläft, sondern ob sie tief schläft. Es haben sich wahrscheinlich alle über meine langen Erklärungen zu unseren Einschlafritualen gewundert.

Mein Wortschatz wuchs nicht nur mit meinen Mama-Aufgaben, sondern auch mit meiner Umgebung. Dank der Landidylle kenne ich jetzt «mallards» (Stockenten), «moorhens» (Moorhühner) und «herons» (Reiher). Außerdem kann ich vom Schlüpfen (to hatch) bis zum Watscheln (to waddle) sämtliche Vorgänge der Vogelfauna beschreiben. Trotzdem dauerte es in der Babygruppe einen Moment, bis ich verstand, dass die «hen night» nichts mit Hühnern zu tun hat, sondern dass die Mamas nur über den letzten Junggesellinnen-Abschied redeten. (Für einen kurzen Augenblick hatte ich mich über den Zusammenhang von Alkohol und Federvieh gewundert und an eine englische Variante von Coq au Vin gedacht.) Mir dämmerte dann auch, dass der «stag do» kein Plausch über eine Jagdgesellschaft war (stag heißt Hirsch), sondern die Meute betrunkener Ehemänner (in spe) beim entsprechenden Junggesellen-Abschied.
Und dann wiederum begegneten mir Vokabeln, die sich anhörten, als wären sie reinstes Oettinger-Englisch, so sehr klingen sie in meinen Ohren nach falscher deutscher Übersetzung. Bügelbrett heißt einfach «ironing board» oder das Vergissmeinnicht tatsächlich «Forget-me-not» – ich brachte es kaum über die Lippen.

Die schönsten Schnitzer aber brachten die Kinderlein – hier eine Kostprobe:
Mutter: Ich hab nachher was für Dich von Fisher Price. (Ihr kennt sicher den Spielzeughersteller)
Kind (Stunden später): Kann ich jetzt meinen Preis haben?
Mutter: Welchen Preis?
Kind: Den mit den Fischen!

In Anlehnung an ein Kapitel aus „Von Babys und Briten – Anekdoten einer Expatmama

Autor

Jonna Struwe, freiberufliche Autorin, Bloggerin und Gründerin von Expatmamas.de, dem Portal für Familien im Ausland

1 Kommentar Neues Kommentar hinzufügen

  1. Uta sagt:

    :-)

    So ging es mir auch mit dem „Mums-Englisch“!

    In dem Newsletter hatte ich noch etwas von den zig-hundert Verwendungen des Wortes „up“ gelesen (was ich jetzt hier nicht wiederfinde). Das hat mich echt zum Schmunzeln gebracht, weil ich das selbe mit „pop“ empfinde:

    „pop around“, „pop up“, „pop over“, „pop in“, „pop under“, …

    Auch wundere ich mich oft über die „Ignoranz von Unterscheidungen“: Irgendwie wird hier alles, was im entferntesten Sinne gelb-schwarze Streifen hat und fliegen kann, „Bees“ genannt – egal ob es eine Biene, eine Wespe, eine Hummel oder eine Schwebfliege ist :-)

    Liebe Grüße aus London,
    Uta

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