Interview: Neu in...

Neu in… Dakar

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An den Expat-Destinationen kann man auch immer ein wenig die Wirtschaftswege ablesen und deswegen kommt Afrika hier viel zu selten vor. Umso mehr habe ich mich gefreut, als Mandy zu den Expatmamas gestoßen ist. Mandy ist in diesem Sommer nach Dakar gezogen und war gleich bereit, euch in meiner Serie „Neu in…“ ein paar Einblicke in ihren neuen Wohnort zu geben. Und ich muss sagen: ich bewundere sie sehr.

Expatmama im Senegal

e/m: Liebe Mandy, wo bist Du mit Deiner Familie gelandet?

Mandy: Uns hat es nach Westafrika verschlagen. Genau genommen sogar an den westlichsten Zipfel Afrikas – in den Senegal. Hier leben wir in der Hauptstadt Dakar in einem guten Viertel, welches Fann Résidence heißt. Wir sind glücklich, dass wir hier eine schöne, große Wohnung mit Meerblick gefunden haben.

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Blick von unserem Balkon

e/m: Was war Dein erster Eindruck?

Mandy: Mein erster Eindruck, als wir vom Flughafen abgeholt wurden, war chaotisch. Boah, was ist das wuselig, dreckig und anders als in Deutschland. Ich habe mich gefragt, ob ich mich wohl an den Dreck und Müll gewöhnen werde?! Nach vier Monaten kann ich das schon beantworten: ja.

e/m: Was ist Dein neuer Lieblingsort?

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Mandy: Ein Crêpes-Restaurant direkt am Meer, wo man den Surfern beim Wellenreiten zugucken kann. Das Schönste an diesem Ort ist aber, dass mein Sohn eine solche Freude hat, dort am und im Meer zu spielen.

e/m: Was gefällt Deiner Familie bisher am Besten?

Mandy: Wahrscheinlich gefällt uns am Besten, dass wir zusammen mehr Zeit miteinander haben (verglichen mit einem Alltag in Deutschland). Der Arbeitsweg meines Mannes ist ein Katzensprung, sodass wir sogar mittags zusammen essen können. Außerdem sind wir in der privilegierten Situation eine tolle Bonne (also ein Putzfrau) zu haben, was uns viel Zeit für uns drei gibt.

e/m: Was war das Nützlichste, was Du von zuhause mitgebracht hast?

Mandy: Ein Sandkasten mit Spielsand für den Balkon. Außerdem: allgemein Spielzeug und Bücher für unseren Sohn, Kontaktlinsen, Mosquitonetze und Schuhe in den nächsten Größen für unseren Sohn. 

Gut wäre auch noch gewesen (leider nicht vorher gewusst): Hafermilch, Sauerkraut, Brotbackmischungen, Wein – alles auf Vorrat. Kinderklamotten in den nächsten Größen.

e/m: Mit welch anderen Hürden hast Du nicht gerechnet?

Mandy: Die größte Schwierigkeit in den allerersten Wochen war für mich die direkte Konfrontation mit der Armut bzw. der großen Ungleichheit. Natürlich wusste ich vorher, dass wir in eines der ärmsten Länder der Welt ziehen, aber das es mich emotional so mitnehmen würde, wusste ich nicht. Daher musste ich erstmal lernen damit umzugehen, sonst hätte mich das aufgefressen. 

Eine weitere große Schwierigkeit ist die Beschäftigung unseres Sohnes, weil es nicht so viel oder fast keinen öffentlichen Raum wie Spielplätze, Parks, Familiencafés etc. gibt. Hinzukommt diese wahnsinnige Hitze, die mir manchmal das Gefühl gibt in der Wohnung mit der Klimaanlage gefangen zu sein. Da ist der Lagerkoller vorprogrammiert. Wenn man dann anfangs noch keine anderen Expats kennt, ist das sehr herausfordernd. Für mich war es anfangs auch schwierig zu akzeptieren, dass ich „zu Hause“ in Deutschland ja Freunde und Familie habe, mit welchen ich gerne Zeit verbringen würde, und hier aber neue Bekanntschaften suchen muss. Weitere Herausforderungen sind für mich: nicht die Sicherheit eines des besten Gesundheitssysteme zu haben, neue „Gefahren“ z.B. Malaria, die Verfügbarkeit und Besorgung von alltäglichen Produkten (wann kommt endlich der nächste Besuch und kann das oder das mitbringen?). Und wie oft war ich in den letzten Monaten schon verzweifelt oder verärgert, dass ich Sachen in Französisch nicht so ausdrücken kann wie ich es auf Deutsch oder Englisch könnte. Aber ich möchte da geduldig mit mir sein. Geduld kann man hier sehr gut üben.

e/m: Wer oder was hat Dir in dieser Situation am meisten geholfen?

Mandy: Mein toller Mann!

e/m: Was wäre Dein Tipp für alle Neuankömmlinge?

Mandy: Geht raus vor die Tür, auch wenn es vielleicht schwer fällt. In den eigenen vier Wänden werdet ihr die Probleme nicht lösen.

e/m: Worauf freust Du Dich in den nächsten Wochen am Meisten?

Mandy: Dass wir endlich mal aus Dakar rauskommen und anfangen weitere Seiten des Landes kennenzulernen.

e/m: Liebe Mandy, vielen Dank, dass Du Dir Zeit genommen hast. Deine Antworten sind sehr hilfreich für andere. Expatmamas wünscht Dir und Deiner Familie alles Gute und eine tolle Zeit!

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