Senhora, menina, mãe oder: Mama

Senhora, menina, mae - www.expatmamas.de/expatmamas-blog/ - #lebeninportugal #imauslandzuhause #expatlebenEin Gastbeitrag von Cornelia Hammer

Letztens, es ist schon länger her, machte mich eine Freundin auf eine ganz spezielle Eigenheit aufmerksam – eine Freundin, die mit einem Portugiesen verheiratet ist und schon mehrere Jahre hier lebt und auch einen kleinen Sohn hat. Sie fragte mich, ob es mir auch so geht, ob mir das auch ständig passiert:
Wie wird man angesprochen, hier in Portugal, mit Kind?

Hier, wo Titel und Ausbildung so wichtig sind und jeder mit Hochschulabschluss einen “Doutor” (Doktor) bei der Anrede vor seinen Namen gesetzt bekommt – Der Herr Doktor Ingenieur, die Frau Doktor Richterin, die Frau Doktor (also Ärztin), der Herr Doktor Gruppenleiter…. nun – wie wird man angesprochen, wenn man mit Baby oder Kleinkind auf dem Arm oder am Arm oder an der Hand oder vor dem Bauch in die Öffentlichkeit tritt?

Mit: mãe. Mama.

mãe ersetzt alle Anreden. “Mama, bitte nehmen Sie Platz” oder “Mama, was kann ich für Sie tun, haben Sie einen Termin?”, “Ja, Mama, Sie haben eine Frage?” oder “Mama, kann ich Ihr Versicherungskärtchen haben?” mãe ersetzt auch jeden Titel, den man so führen mag – nun, das schafft Verbindlichkeiten unter Müttern und weiblichen Personen, unter Fremden insgesamt; es reduziert auch immens innerhalb von Nanosekunden die Distanz zwischen Personen in einem Gespräch; es vereinfacht somit eine Kommunikation erheblich, und es verhindert Fettnäpfchen. Aber dass man “nur noch” Mama ist, ob in der Bank oder im Krankenhaus, am Parkautomaten oder im Fahrradgeschäft, war eindeutig gewöhnungsbedürftig.

Der Partikel NUR in “nur Mama” ist eine Wertung, die ich eigentlich nicht vornehmen wollte. Aber ich wollte auch ehrlich sein, denn: Wenn man es nicht gewöhnt ist, empfindet man es allerdings erst einmal als eine Art Reduktion seiner eigenen Person. Auf das NUR Mutter sein und sonst nix. Man sollte es generell als liebenswürdige lustige kulturell-sprachliche Eigenheit sehen, und den eigenen Stolz nicht davon berühren lassen.

Dieser Artikel ist im Original zuerst erschienen auf: Porto, Oporto, Oh Porto – Expat-Familie in Portugal.  

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