Interview: Neu in...

Neu in … Ann Arbor

Wer Schulkinder hat, versucht das Expatleben möglichst zum Halbjahr oder im Sommer zu beginnen. Zweimal im Jahr hat also die Expatmamas-Serie „Neu in …“ sozusagen „Hochsaison“. Gerade berichtete Ilka aus Singapur, jetzt erzählt uns Nicole von ihrem Start in den USA, wo sie seit September im Staat Michigan zu Hause ist. Seit der US-Wahl ist Michigan vor allem als Teil des „Rust belt“ in unseren Köpfen, dabei kann man dort nicht nur heruntergekommene Industrien finden, sondern genauso ehrwürdige Uni-Bibliotheken, vegane Restaurants und wunderschöne Natur. Wie immer hat die Realität viele Facetten. :-)

Expatmama in Michigan

Wo bist Du mit Deiner Familie gelandet?
Wir leben in Ann Arbor, Michigan. Detroit liegt eine Autostunde westlich von uns entfernt.

Was war Dein erster Eindruck?
Sehr positiv! Die Stadt ist mit der University of Michigan („Harvard of the West“) sehr akademisch geprägt. Über die Hälfte der Einwohner hat einen Bezug zur Uni. Obwohl es eine amerikanische Kleinstadt ist, spürt man sofort die Offenheit und das internationale Flair. Ich war überrascht, wie viele Bioläden, vegetarische und vegane Restaurants es hier gibt. Dazu einen sehr gut funktionieren lokalen Farmers Market.

Was ist Dein neuer Lieblingsort?
Schwer zu sagen, es gibt inzwischen einige. Ich liebe den Farmers Market mit seinem bunten lokalen Angebot sowie die Art, wie die Waren präsentiert werden. Dazu der „Schnack“ mit den Leuten – einfach wunderbar. Ich mag aber auch die leisen Rückzugsorte, die es gibt, wie zum Beispiel die wunderbaren Universitätsbibliotheken. Bei schönem Wetter ist es aber immer die Natur und davon haben wir hier reichlich.

Bibliothek an der University of Michigan

Was gefällt Deiner Familie bisher am Besten?
Die offene und lockere Art der Leute hier. Easy going und keine Eile wie im hektischen Stuttgart. Man kommt schnell miteinander ins Gespräch und verabredet sich. Wir haben in so kurzer Zeit schon sehr viele Leute kennengelernt und viele Einladungen angenommen und ausgesprochen. Das hat uns das Ankommen unheimlich einfach gemacht.

Was war das Nützlichste, was Du von zuhause mitgebracht hast?
Ganz klar der Thermomix. Ich backe unser Brot selber und kann damit auch die Körner malen und Nutella selber machen – sehr wichtig!

Wer oder was hat Dir in den ersten Tagen/Wochen am meisten geholfen?
Am meisten die super vernetzte und aufgeschlossene Schulgemeinschaft. Unsere Tochter geht hier in eine amerikanische Waldorfschule. Die Klassengemeinschaft und die Lehrerin haben sich sehr lieb und intensiv um uns alle gekümmert. Aber auch die Nachbarschaft hat sich sofort beim Einzug angeboten, bei allen Fragen zu helfen und uns sehr schnell mit selbstgebackenen Muffins und anderen Leckerein versorgt.

Was wäre Dein Tipp für alle Neuankömmlinge?
Sich so schnell es geht mit anderen zu vernetzen. Sei es über die Arbeit, die Schulgemeinschaft, ehrenamtliche Aktivitäten, internationale Gesprächsgruppen, der Yoga-Kurs  – was auch immer. So erfährt man die besten Dinge, kommt in Kontakt und profitiert von dem Expat-Aufenthalt maximal.

Worauf freust Du Dich in den nächsten Wochen am Meisten?
Ich freue mich mit meiner Arbeit richtig durchzustarten. Ich habe als Life- und Business Coach in Deutschland gearbeitet und möchte während unserer Zeit in den USA meine Arbeit für deutschsprachige Expats und deren Familien fortsetzen. Gerade für Expatmamas kann der Aufenthalt zu einer wertvollen Zeit der Neuorientierung werden. Erste Vorbereitungen sind getan und nun kann es losgehen.

Vielen Dank, liebe Nicole, dass Du Dir Zeit genommen hast. Expatmamas wünscht Dir und Deiner Familie alles Gute und eine tolle Zeit!

Mehr zum Expat-Leben in den USA findet Ihr auch auf dem Expatmamas-Länderboard bei Pinterest.

5 Kommentare Neues Kommentar hinzufügen

  1. Jana sagt:

    Liebe Jonna,

    das war, wie immer, ein spannendes Interview. Vielen Dank für die Verlinkung.
    Ich kann Nicole’s Eindrücke von der Offenheit und Bildungsaffinität der Menschen in Ann Arbor nur bestätigen. Wir fühlen uns hier alle sehr wohl. Die Dichte an qualitativ hochwertigen Restaurants und Bioläden habe ich so, auf die Größe der Stadt gerechnet, noch nirgends auf der Welt gesehen. Ich könnte mir hier in den USA, gerade als Familie, keinen besseren Ort zum Leben vorstellen.

  2. Susan sagt:

    Liebe Nicole, ein schönes Interview und ich bin gespannt, wie es uns im Frühjahr auf der anderen Seite des Detroit Rivers ergehen wird. Unsere Verabredung steht ja bereits, darauf freue ich mich schon! Viele Grüße :o)

  3. Anja sagt:

    Hallo Nicole, Jonna bzw. an alle :)
    wir werden im Mai für 2 Jahre nach Leon, Mexico gehen. Mit 2 Kleinkindern würde auch ich gerne unseren Thermomix mitnehmen.
    In USA, wie auch in Mexico gibt es ja eine andere Spannung und Frequenz. Wie hast du oder ihr anderen dieses Thema gelöst?
    Viele Grüße
    Anja

    1. Jonna sagt:

      Hallo Anja, dafür kann man einen Transformator kaufen, der die Spannung umwandelt. Das ist ein ungefähr Schuhschachtel großer Kasten, der dann halt noch zusätzlich in der Küche rumsteht, aber wunderbar funktioniert. Liebe Grüße Jonna

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