Neu in … Windsor

Neu in Windsor - www.expatmamas.de - Kanada Neue HeimatNeue Woche – neues Interview. Ich freue mich immer sehr, wenn Expatmamas in meiner Reihe “Neu in …” einen kleinen Einblick in ihren Start ins neue Leben geben. Es bringt die Welt ein bisschen nach Hause und zeigt die ganz normale Seite von Orten, die wir meistens nur von der Landkarte kennen. Heute erzählt uns Susan von ihrer neuen Heimat am südlichsten Zipfel Kanadas, wo sie seit einigen Monaten lebt – mit ihrem Mann und inzwischen zwei Kindern.

Liebe Susan, wo bist Du mit Deiner Familie gelandet?
Im Frühjahr sind wir ins kanadische Windsor gezogen, die südlichste Stadt Kanadas. Eine wunderschöne Ecke, die Entscheidung fiel meinem Mann und mir nicht schwer.

Was war Dein erster Eindruck?
Von der Größe ist Windsor vergleichbar mit unserer deutschen Wahlheimat Kassel. Bei den ersten Schritten durch das Zentrum – am ersten Tag des Look-and-See-Trips ein halbes Jahr vor unserem Umzug – dachte ich zwar zunächst “Ohje, ganz schön runtergekommen”. Doch schon in den darauffolgenden Tagen habe ich die Stadt ins Herz geschlossen. Es gibt wunderschöne Parks mit tollen Spielplätzen sowie eine vielfältige Auswahl an Kultur, Kneipen und Restaurants.
Ein Highlight ist definitiv die Lage der Stadt – dort, wo andere Urlaub machen, umschlossen von Wasser. Den Lake St. Clair haben wir vor der Haustür und der Eriesee liegt nicht einmal eine halbe Autostunde entfernt.

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Kanadagänse vor der Skyline Detroits

Was ist Dein neuer Lieblingsort?
Puuuh, schwer zu sagen. In Windsor bin ich sehr gern am Detroit River unterwegs, dort kann man wunderbar spazieren, es gibt den Skulpturenpark und einen tollen Blick über den Fluss nach Detroit.
Außerhalb von Windsor ist mein liebstes Ausflugsziel der Point Pelee-Nationalpark. Egal zu welcher Jahreszeit und bei welchem Wetter, ein Trip dahin lohnt sich immer.

Was gefällt Deiner Familie bisher am besten?
Das Leben hier ist sehr familienfreundlich. Da ich zwei kleine Kinder habe, bin ich natürlich viel auf Spielplätzen unterwegs. Diese sind unglaublich abwechslungsreich gestaltet, jeder mit einem anderen Motto. Die deutschen Spielplätze können da meiner Meinung nach nicht mithalten.
Ich habe das Gefühl, dass es ein deutlich größeres Angebot von Freizeitaktivitäten gibt. Im Sommer konnte man sich zwischen den unterschiedlichen Festen und Wochenendveranstaltungen kaum entscheiden. Apropos Sommer, Windsor liegt auf der Höhe von Barcelona und Rom, über zu geringe Temperaturen kann ich mich hier bisher nicht beklagen. Allerdings liegt der erste Winter in Kanada ja auch noch vor mir ;-)
Generell empfinde ich die Kanadier als sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und freundlich. Schon bei einem längeren Aufenthalt in Toronto vor 16 Jahren war mir dies positiv aufgefallen und es hat sich seitdem nicht verändert. Außerdem finde ich es beeindruckend, wie konfliktfrei das Leben in einer solch multikulturellen Stadt abläuft. Allein in der direkten Nachbarschaft gibt es unmittelbar nebeneinander eine Synagoge, eine Moschee und eine katholische Schule.

Was war das Nützlichste, was Du von zuhause mitgebracht hast?
Über diese Frage denke ich nun schon eine ganze Weile nach und mir fällt immer noch keine passende Antwort ein. Natürlich haben wir diverse Möbel, Haushaltszubehör und persönliche Gegenstände mit nach Kanada gebracht, aber nichts, von dem ich sagen würde “ohne das könnte ich nicht leben.” Kanada und Deutschland ähneln sich vom Lebensstandard sehr.
Aber es war natürlich gut, dass ich meine Sandalen dabei hatte, denn ich bin drei Monate lang mit nichts anderem an den Füßen rausgegangen. Auch auf meine Kamera könnte ich natürlich nicht verzichten, denn als Expat dokumentiere ich das eigene Leben doch deutlich intensiver als ich es in Deutschland getan habe.

Wer oder was hat Dir in den ersten Tagen/Wochen am meisten geholfen?
Am meisten geholfen hat es mir, dass ich die Stadt durch die Erkundungsreise im Vorjahr bereits gut kannte. Obwohl mein Mann und ich im Herbst nur fünf Tage hier waren, so hat diese kurze Zeit doch gereicht, um die wichtigsten Fragen zu klären. Als ich dann im Frühjahr in Windsor ankam, wusste ich, was mich erwartet. Ich konnte mich auch ohne Stadtplan schon gut orientieren und fühlte mich schnell Zuhause.

Was wäre Dein Tipp für alle Neuankömmlinge?
Die vermutlich größte Herausforderung ist es mit Sicherheit, die Balance zwischen Alltag und “Urlaub” herzustellen. Denn es ist zwar kein Urlaub, wenn man aus beruflichen Gründen für eine gewisse Zeit ins Ausland zieht. Doch man ist neu in der Stadt und in der Region und ein gewisses Urlaubsfeeling zu Beginn hat durchaus seine Berechtigung. Deswegen mein Tipp an alle: Auf jeden Fall immer wieder Zeit für touristische Entdeckungen einplanen.
Doch trotz allem sollten Strukturen und ein gewisser Alltag aufrecht erhalten werden, was bestimmt für die mitumgezogene Familie gar nicht so einfach ist. Der Hausrat befindet sich vielleicht noch auf der Reise ins Zielland, es muss also improvisiert werden. Kita oder Schule sind noch nicht gestartet etc. So muss dafür gesorgt werden, dass jeden Tag ein Programmpunkt auf dem Plan steht, sodass vor allem den mitreisenden Kindern nicht die Decke auf den Kopf fällt.

Worauf freust Du Dich in den nächsten Wochen am Meisten?
Die Antwort darauf fällt mir nicht schwer. Das letzte dreiviertel Jahr fühlte sich an wie ein Leben zwischen zwei Welten. Denn obwohl ich bereits nach Kanada umgezogen war, war ich mit meiner Tochter im Sommer fast drei Monate in Deutschland. Das heißt, zurück aus dem bereits zarten kanadischen Alltag, wieder in die alte deutsche Umgebung. Ich bin immer noch erstaunt, mit welcher Leichtigkeit meine dreijährige Tochter diese Monate weggesteckt hat. Es gab in diesem Jahr viele Abschiede, Wiedersehen und erneute Abschiede. Meine zweite Tochter ist vor kurzem zur Welt gekommen. Ich freue mich nun also am meisten auf einen ganz “normalen” Alltag als vierköpfige Familie, auf viel quality time und Gemütlichkeit.

Vielen Dank, liebe Susan, dass Du Dir Zeit genommen hast. Expatmamas wünscht Dir und Deiner Familie alles Gute und eine tolle Zeit!

Und wenn ihr mehr über Susans kanadischen Alltag wissen wollt, dann folgt ihr doch auf Instagram.

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